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5. Januar 2025  (aktualisiert am 11. August 2025)

Prognose für das Jahr 2025 – was bringt das Jahr für Handwerker?

von  textbroker | 7 Min. Lesezeit | #Prognose  #Handwerker  #Wirtschaftsausblick  #Wirtschaftswachstum  #Inflation 
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Mit Spannung erwarten Unternehmen den wirtschaftlichen Ausblick auf das kommende Jahr. Wichtige Faktoren für große Unternehmen wie auch für kleine Handwerksbetriebe sind die allgemeine Wirtschaftslage, die Inflation sowie Kosten für Material und Energie. Es folgt ein Blick auf das Jahr 2025 und eine Prognose, in welche Richtung sich die wirtschaftliche Lage für Handwerksbetriebe entwickelt.

Wirtschaftswachstum stagniert: Eine allgemeine Erholung der Situation lässt auf sich warten

Die gesamtwirtschaftliche Situation ist ein wichtiger Indikator für alle Branchen. Als Messwerkzeug dient häufig das Bruttoinlandsprodukt (BIP). Es gibt Auskunft, ob sich die Wirtschaft im Aufschwung befindet oder schrumpft. In den Jahren 2023 und 2024 sank das preisbereinigte Bruttoinlandsprodukt in Deutschland leicht um 0,3 bzw. 0,1 Prozent. Prognosen hatten für beide Jahre und die einzelnen Quartale jeweils eine leichte Steigerung vorhergesagt.

Vier Würfel nebeneinander, die in der Reihenfolge "BIP" stehen. Der letzte und vierte Würfel wird mit einer Hand so gekippt, dass man zwei Seiten des Würfels sieht. Auf der unteren Seite ist ein grünes Dreieck, auf der oberen ein rotes Dreieck.
Auch für 2025 gehen Wirtschaftsexperten von einem leicht positiven Trend aus, wobei die meisten Vorhersagen zwischen 0,2 und 1,1 Prozent Wachstum liegen. Abgesehen davon sieht eine IWF-Prognose Deutschland auch für 2025 als Schlusslicht unter den großen Wirtschaftsnationen und sagt eine Stagnation des Bruttoinlandsprodukts voraus.
Die aktuelle gesamtwirtschaftliche Entwicklung stimmt ebenfalls nicht positiv für das Jahr 2025. Entlassungswellen im produzierenden Gewerbe könnten für einen deutlichen Anstieg der Arbeitslosenquote sorgen. Gerade die Automobilbranche befindet sich in einer Krise und macht regelmäßig Schlagzeilen mit Nachrichten über Entlassungen. Auch einige der Wirtschaftsweisen gehen von höheren Arbeitslosenzahlen aus.

Dazu kommen steigende Energiekosten. Zum einen erhöhen sich zu Jahresbeginn 2025 die Kosten für Treibstoffe und Elektrizität durch die CO2-Abgabe, die von 45 auf 55 Euro pro Tonne angehoben wird. Zum anderen bleibt die allgemeine Lage der Energieversorgung in Europa angespannt, was zumindest streckenweise für erhöhte Kosten sorgen kann:

  • Dunkelflauten verursachen an einzelnen Tagen steigende Stromkosten.
  • Erdgasversorgungbleibt teuer und kompliziert.
  • Direkte Belastung: Handwerksunternehmen leiden unter hohen Energiepreisen.
  • Indirekte Belastung: Schlechtere Wirtschaftslage durch hohe Energiekosten führt zu weniger Aufträgen im Handwerk.

Vorsichtiger Optimismus in der Baubranche: Anstieg der Baupreise vorläufig gestoppt

In den vergangenen Jahren waren es vor allem die steigenden und unsicheren Rohstoffpreise, die für Chaos in der Baubranche gesorgt haben. Teilweise war Bauholz exorbitant teuer und kaum zu bekommen, dann stiegen die Kosten für Beton, Stahl und andere Rohstoffe. Die ebenfalls kaum zu kalkulierenden Energiepreise verschlimmerten die Lage nochmals.

Ein Bauplan, der auf einem Tisch ausgerollt ist. Ein Mann tippt auf einem Taschenrechner. Auf dem Tisch sind außerdem ein Notebook, ein Schutzhelm, eine Brille, zwei Stifte uund eine Lineal.
Das alles hat zu einem rasanten Anstieg der Baukosten geführt. Nach dem Baukostenindex lagen die Aufwendungen für Neubauten im Jahr 2024 bei 142,4 Prozent im Vergleich zum Jahr 2015. Aus diesem Grund sanken die Bauanträge, Investoren zogen sich zurück, und auch private Bauprojekte wurden verschoben. Die prekäre Situation der Baubranche zeigt sich daran, dass das Ziel der Bundesregierung von 400.000 neuen Wohnungen im Jahr 2024 klar verfehlt wurde.
Die Statistiken und Entwicklungen am Markt zeigen aber auch, dass die turbulentesten Zeiten ganz offensichtlich vorüber sind. So haben sich die Baupreise zum Ende 2024 deutlich stabilisiert. Dieser Trend wird aller Voraussicht nach 2025 anhalten. Das Institut Kiel Economics Research & Forecasting geht sogar von einem leichten Rückgang der Baukosten von rund einem Prozent im Jahr 2025 aus.

Für Handwerker und Unternehmen aus der Baubranche sind dies gute Nachrichten. Daher blicken Branchenexperten und der Zentralverband des Deutschen Handwerks vorsichtig optimistisch auf das Jahr 2025. Ab dem Sommer erwarten sie eine Erholung und eine steigende Auftragslage. Da die Bewilligung von Bauanträgen und die Finanzierung von Projekten in der Regel einige Monate in Anspruch nehmen, dauert es dementsprechend eine Zeit lang, bis ein Aufschwung in der Realwirtschaft ankommt.

Politische Unsicherheit bremst Investitionen und beeinflusst das Handwerk

Beispiel: Das Heizungsgesetz Aufgrund von Streitigkeiten innerhalb der Bundesregierung, wurde dieses mehrfach geändert und angepasst.
Ein Grund für die eher durchwachsenen Aussichten und die fragile Situation der Wirtschaft ist die politische Unsicherheit.
Nach dem Scheitern der Ampel-Regierung Ende 2024 und den Neuwahlen zu Beginn 2025 bahnen sich erneut Richtungswechsel beim Kurs in der Politik an. Viele Entscheidungen betreffen direkt oder indirekt das Handwerk, was für Verunsicherung sorgt. Planungssicherheit ist ein Schlagwort, das in der Industrie wie im Handwerk immer wieder genannt wird.

In welche Richtung die neue Bundesregierung steuert und wie diese aussieht, wird die wirtschaftliche Situation maßgeblich beeinflussen. Es kommt auch darauf an, wie einig und stabil die neue Regierung ab Frühjahr 2025 ist. Die Ampel-Regierung sorgte durch interne Streitigkeiten oftmals dafür, dass wichtige politische Entscheidungen aufgeschoben oder mehrfach verändert werden mussten. Für das Handwerk und auch die allgemeine Wirtschaftslage sind Stabilität und ein klarer Kurs jetzt so wichtig wie selten zuvor.

Ein Mann, der mit einem Mäpchen in der Hand und einem Stift in der anderen Hand, neben einer Heizungsanlage steht
Auch aus diesem Grund fordert Jörg Dittrich, der Präsident des Zentralverbands des Deutschen Handwerks, ein Wachstumspaket für die Wirtschaft und das Handwerk. Schafft es die neue Regierung, diese Punkte anzugehen, dann glaubt der Präsident des ZDH an wirtschaftliches Wachstum im Jahr 2025 und einen Aufschwung für das Handwerk. Teil dieses Pakets sollen sein:
  • Bürokratieabbau,
  • ein energiepolitisches Gesamtkonzept,
  • steuerliche Entlastungen für Handwerksbetriebe,
  • arbeitsmarktpolitische Maßnahmen

Positive Tendenzen für das Dienstleistungshandwerk: Das sind die Gründe

Wie unterschiedlich die Aussichten in den verschiedenen Branchen sind, zeigt ein Blick auf die Dienstleister. Im Vergleich zum verarbeitenden Gewerbe und dem Bauhauptgewerbe war dieser Sektor auch in den vergangenen Jahren weniger von Problemen betroffen. Dies setzt sich im Jahr 2025 voraussichtlich fort.

GründeErläuterungen
Geringere Auswirkungen von PreissteigerungenRohstoff- und Energiepreiserhöhungen betreffen die Branche weniger stark, auch wenn Kosten gestiegen sind.
Weniger Investitionen in NeuanschaffungenUnternehmen und Privatpersonen geben aktuell weniger Geld für neue Anschaffungen aus.
Trend zu Instandsetzungen und ReparaturenImmer mehr Menschen entscheiden sich für Reparaturen statt Neuanschaffungen.
Notwendige InfrastrukturinvestitionenInvestitionen laufen unabhängig von der Wirtschaftslage weiter.
Beispiele für InfrastrukturprojekteAusbau der digitalen Infrastruktur, Erweiterung des Stromnetzes (Energiewende), Sanierung von Brücken und Autobahnen.

Von diesen Entwicklungen profitieren Unternehmen und Handwerker, die sich auf Dienstleistungen spezialisiert haben. Das reicht von Reparatur- und Sanierungsdienstleistungen bis zu Ingenieursleistungen. Hier ist zumindest mit einer stabilen Auftragslage zu rechnen, die sich ebenfalls bis auf die lokale Ebene auswirkt, wenn Aufträge an Subunternehmen sowie regional an Bauunternehmen und Handwerker vergeben werden.

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