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10. September 2020  (aktualisiert am 11. Juli 2025)

Sicherer Einbau auf Betonuntergründen und Erdplanum

von  Sopro | 7 Min. Lesezeit | #keramik  #beton  #platten  #terrasse  #fliesen 

Die Nachfrage nach keramischen Fliesen und Platten auf privat genutzten Terrassen und Balkonen ist hoch und das Geschäftsfeld sehr attraktiv. Dennoch scheuen sich viele Verleger vor diesen Arbeiten. Gründe hierfür sind nicht zuletzt Unsicherheiten in Bezug auf die sichere Verlegung, die richtige Materialauswahl und den korrekten Aufbau. Ursachen für Schadensbilder im Außenbereich sind mittlerweile gut analysiert und lassen sich wirkungsvoll und nachhaltig vermeiden. Dies gilt auch für die im Trend liegenden 20 mm dicken Keramik-Terrassenplatten.

Auch wenn keramische Beläge im Außenbereich weitestgehend wasserabweisend sind, so kann auch hier immer wieder Feuchtigkeit in die Konstruktion einwandern. In der Folge wäscht das Wasser kalkhaltige Bindemittel sowohl aus der Verfugung als auch aus dem Verlegemörtel aus. Das Ergebnis können Ausblühungen und farbliche Veränderungen auf der Platten- bzw. der Fugenoberfläche sein. Mit modernen Verlegewerkstoffen und Verlegesystemen lassen sich Schäden dieser und anderer Art jedoch weitgehend verhindern. Für die Verlegung der großformatigen 20 mm dicken Terrassenplatten haben sich dabei zwei Verlegevarianten bewährt. Der Verlegeaufbau kann dabei auf einer konstruktiven Betonplatte oder einem Schotterbett erfolgen.

1. Verlegung auf Betonplatte

Die Verlegung auf Betonflächen kann sowohl in Form eines drainagefähigen als auch eines nicht drainagefähigen Aufbaus erfolgen. Grundvoraussetzung ist in beiden Fällen ein setzungsfreier und stabiler Untergrund, der tragfähig, fest und frei von haftungsmindernden Bestandteilen (z. B. Moos, Grünbelag) ist. Ein Mindestgefälle des Unterbaus von 1,5 – 2,0 % ist notwendig. Dieses kann mit Sopro RAM 3® Renovier- & AusgleichsMörtel 454 hergestellt werden. Der Untergrund ist hierbei zuerst mit der Sopro Grundierung GD 749 zu grundieren.

1.1 Abdichtungsmaßnahmen bei drainagefähigen und nicht drainagefähigen Aufbauten

Gemäß DIN 18531 „Abdichtung von Dächern sowie von Balkonen, Loggien und Laubengängen – Teil 5: Balkone, Loggien und Laubengänge“ erfolgt die Abdichtung z. B. mit einer mineralischen Dichtschlämme, welche eine Rissüberbrückung bei - 5 °C erfüllt, wie beispielsweise die Sopro TurboDichtSchlämme 2-K TDS 823. Die Abdichtung erfolgt in zwei Arbeitsgängen mit einer Mindesttrockenschichtstärke von 2 mm. An aufgehenden Bauteilen werden das Sopro Dichtband DB 438 sowie die dazugehörigen Sopro Dichtecken innen/außen DE 014/015 eingesetzt. Im Wandbereich ist die Abdichtung mindestens 15 cm über die Belagsoberkannte hochzuführen. Die Abdichtung ist am Ende der Bodenplatte herunterzuführen.

1.2 Zementgebundene drainagefähige Konstruktionen

Vor der Verlegung der keramischen Platten auf einem Drainagemörtel wird auf der vorhandenen Abdichtung eine PE-Folie als Gleitschicht ausgelegt. Im Anschluss daran erfolgt die Verlegung der Sopro DrainageMatte DRM 653. Erst dann wird der Sopro DrainageMörtel eXtra DMX 619 in einer Mindestschichtstärke von 50 mm auf die Drainagematte aufgebracht. Das Gefälle (1,5 – 2,0 %) aus dem Untergrund wird dabei übernommen.

Für die Verlegung auf dem Sopro Drainagemörtel hat sich der Hochleistungs-Flexkleber Sopro megaFlex S2 MEG 665 sehr gut bewährt. Die Verlegung erfolgt „frisch in frisch“ auf dem Sopro Drainagemörtel. Hierzu wird auf der Plattenrückseite („Buttering-Verfahren“) der Kleber mit einer 10 mm Zahnkelle aufgezogen und in den frischen Drainagemörtel eingeklopft.

1.3 Reaktionsharzgebundene drainagefähige Konstruktionen als alternative Verlegeverfahren

Für geringere Aufbauhöhen kann die Verwendung eines reaktionsharzgebundenen Drainagemörtels sinnvoll sein. Bei Verwendung von Sopro BauHarz BH 869 und Sopro DrainageEstrichKorn DEK 872 lässt sich ein drainagefähiger Estrichmörtel für eine Mindestschichtstärke von 25 mm herstellen.

1.4 Nicht drainagefähiger Aufbau

Alternativ zu der Verwendung eines Drainagemörtels können die Platten mit Sopro megaFlex S2 MEG 665 oder Sopro megaFlex S2 turbo MEG 666 im kombinierten Verfahren (Buttering-Floating-Verfahren) direkt auf einer zuvor aufgebrachten Verbundabdichtung verklebt werden. Hierbei ist ein besonderes Augenmerk auf die weitestgehend hohlraumfreie Verlegung zu legen.

Mann verlegt Fliesen auf Kleberbett

Eine weitere Abdichtungsmöglichkeit ist der Einsatz der Sopro Abdichtungs- und EntkopplungsBahn AEB® plus 639. Die wasserdichte Verklebung dieser Bahnen erfolgt stoßversetzt mit Sopro megaFlex S2 turbo MEG 666. Zur Verklebung des Sopro AEB® Dichtband 641 über die Stoßbereiche kommt beispielsweise der Sopro Racofix® Montagekleber RMK 818 zum Einsatz. Verbundabdichtungsbahnen (AIV-B) sind nicht in der DIN 18531 geregelt und daher als Sonderkonstruktion zu vereinbaren.

1.5 Fugenausbildung drainagefähiger und nicht drainagefähiger Aufbauten

Die Fugenbreite bei keramischen Belägen im Außenbereich sollte aufgrund von thermischen Belastungen mindestens 5 mm betragen. Für die Verfugung eignet sich besonders der kalkschleierfreie Fugenmörtel Sopro FlexFuge plus, der sich durch seine hohe Farbbrillanz und leichte Verarbeitbarkeit auszeichnet. Feldbegrenzungsfugen sollten einen Abstand von 2,5 – 5 m nicht überschreiten.

2. Verlegung auf Schotterbett

Häufig findet man auf den Baustellen ein Schotterbett (Frostschutzschicht aus Mineralgemisch 0/16 oder 0/32) auf einem Erdplanum als Untergrund vor. Dieses sollte ausreichend verdichtet sein sowie eine für den Anwendungsfall ausreichende Dimensionierung aufweisen. Je nach Verkehrslast, Witterungseinflüssen und Bodengegebenheiten ist eine Dicke von mindestens 30  cm einzuhalten. Das Schotterbett muss ein Gefälle von mindestens 1,5 % aufweisen. Zusätzlich ist darauf zu achten, dass der Unterbau anfallendes Wasser ausreichend sicher abführen kann. Auf diesem Untergrund lassen sich die folgenden Sopro-Systeme realisieren:

2.1 Sopro Solitär®-System

Das Sopro Solitär®-System ermöglicht in Bereichen mit leichter Beanspruchung (z.B. Terrassen, Gartenwege, Hauseingangsbereiche, Gartenflächen) die einfache Verlegung von keramischen Terrassenplatten mit einer Stärke von 2 cm ab 3 mm Fugenbreite. Die Plattenformate müssen dabei zwischen mindestens 30 x 30 cm und maximal 80 x 80 cm liegen. Dabei ist die Konstruktion mit einer Randeinfassung zu versehen. Nach dem Herstellen der Schotter-Tragschicht wird eine dünne Lage (10 – 20 mm) aus filterstabilem Splitt in der Korngröße (2/5) über der gesamten Fläche verteilt und mit einer Rüttelplatte gründlich kompaktiert. Im Anschluss wird der Splitt bis zu einer Gesamtschichtdicke von 30 – 50 mm ergänzt und gleichmäßig im Gefälle abgezogen. Die Verlegung der Fliesen erfolgt im Buttering-Verfahren durch Auftragen von z. B. Sopro‘s No.1, mit mindestens einer 10 mm Zahnkelle. Anschließend wird der drainagefähige Reaktionsharzfugenmörtel Sopro Solitär® F20 eingeschlämmt und Anschluss- und Bewegungsfugen eingearbeitet.

Bei höherer Belastung sind 20 mm starke keramische Terrassenplatten auf einer Bettung aus Drainagemörtel zu verlegen. Dafür ist belastungsabhängig ein mindestens 70 mm dickes, drainagefähiges Mörtelbett aus Sopro DrainageMörtel eXtra DMX 619 auf einer Schotter-Kiesschicht zu erstellen. Das Drainagemörtelbett ist in einer gleichmäßigen Schichtstärke mit einem Gefälle von mindestens 1,5 % herzustellen. Vor dem Einlegen der Platten in den frischen Drainagemörtel wird rückseitig auf der Platte eine Kontaktschicht mit Sopro megaFlex S2 MEG 665 oder Sopro megaFlex S2 turbo MEG 666 aufgezogen. Dieser Auftrag erfolgt mit einer 10 mm Zahnkelle.

Wie bereits bei dem Aufbau auf Betonplatten soll die Fugenbreite auch hier mindestens 5 mm betragen und eine durch Bewegungsfugen eingeteilte Feldgröße von 2,5 bis 5 m nicht überschreiten. Um die Terrasse ist ein funktionsfähiger Sickerstreifen anzulegen.

Übersicht verschiedenen Untergründe
Übersicht von unterschiedlichen Untergründen
Wohnhaus mit Terrasse davor

Fazit:

Durch den Einsatz der bewährten Sopro-Systeme lassen sich Aufbauten sowohl im Dünnbettverfahren als auch auf Drainagemörtel mit der größtmöglichen Sicherheit herstellen. Zudem können durch die Verwendung moderner Fugenmörtel mit der OPZ®-Technologie farbbrillante Fugen erstellt werden. Durch die große Sicherheit der oben genannten Produkte können keramische Außenbeläge technisch einwandfrei verlegt werden. Hierdurch erhalten auch Planer und Bauherr größere Gestaltungsmöglichkeiten für den Außenbereich.

Beitragsbild_Sicherer Einbau auf Betonuntergründen und Erdplanum_6.jpg
(Portait von Autor: Florian Bender

Fliesenlegermeister Anwendungstechnik der Sopro Bauchemie GmbH, Bautechnische Beratung )

Firmenlogo Sopro

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